Fragt ihr einen Spandauer, wo er herkommt, lautet die Antwort: „Aus Spandau“. In dem westlichen Bezirk, am Zusammenfluss der Havel und der Spree, herrscht ein Kleinstadt-Lebensgefühl. Die Existenz der mittelalterlich städtischen Siedlung Spandau wird im Jahre 1197 zum ersten Mal erwähnt – und damit 40 Jahre vor Berlin (damals als Doppelstadt Berlin-Cölln). In Spandau heißt „in die Stadt fahren“ nicht ins Berliner Zentrum, sondern in die Altstadt Spandaus, eine kleine Insel mit historischen Bauwerken und einer schönen Einkaufsstraße. Berlin wird eher als benachbarte Stadt angesehen.  

In den letzten Jahren wuchs der Anteil von EU-Bürgerinnen und EU-Bürgern in Spandau auf 7,5%. 18.510 leben von ihnen im Nordwesten Berlins. Auch weiterhin ziehen mehr Menschen aus EU-Ländern in den westlichen Berliner Bezirk, davon viele Menschen aus Polen, Rumänien und Bulgarien. 

Wer regiert?  

Spandau hat 2016 einen sozialdemokratischen Bürgermeister gewählt. Die SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands) gewann 20 Sitze, die CDU (Christlich-Demokratische Union) 16, die AfD (Alternative für Deutschland) 9, die Grünen 4, die FDP (Freie Demokratische Partei) 3 sowie Die Linke ebenfalls 3 Sitze.  

Am 26. September 2021 finden in Spandau die Bezirkswahlen statt, an denen auch alle EU-Bürgerinnen und -Bürger teilnehmen können. Hiehttp://voteberlin.eu/de/informationr erfährst du in acht Sprachen alles, was du für diese Wahlen wissen musst.  

Ein Datum:  

Am 08. August 1567 traten die Spandauer in einer Seeschlacht gegen Berlin an. Joachim II., der Kurfürst von Brandenburg, hatte diese Seeschlacht inszeniert und alle Spandauer Bürger dazu eingeladen. Sie war ein Ablenkungsmanöver. Während des Kampfs ließ der Kurfürst den Turm der Nikolaikirche in der Spandauer Altstadt beschießen, um zu verhindern, dass Feinde im Falle eines Kriegs den Turm als Versteck zu ihrem Schutz nutzen würden. Diese Episode ging als „Knüttelkrieg“ in die Spandauer Geschichte ein.  

Eine Band:  

„Icke und Er“ sind richtige Spandauer. Es gibt viele Gerüchte um das Rap-Duo, da es zeitweise ablehnte, persönliche Interviews zu geben. Sie fingen mit dem MySpace-Hit „Richtig geil“ an und verabschiedeten sich 2008 mit dem Lied „Exit Strategie“, in dem sie erklärten, kein Medienphänomen werden zu wollen. Seit 2010 hatten sie trotzdem einige Comebacks.   

Eine Sehenswürdigkeit:  

Die ZitadelleSpandau ist das Vorzeigestück der Altstadt. Sie wurde von den brandenburgischen Kurfürsten zum Schutz der Residenz in Berlin gebaut. Sie wurde von den Kaisern als Lagerraum für den Reichschatz genutzt. Während des Dritten Reichs befand sich dort ein Giftgaslabor. Heute werden in der Zitadelle Konzerte organisiert.  

Ein ungewöhnlicher Ort:   

Im September ist nicht nur BVV-Wahl-Saison, sondern auch Fledermaussaison. Wer keine Angst vor diesen Tieren hat, kann sie im Kellerder Zitadelle besuchen. Jedes Jahr wählen mehr als 10.000 Fledermäuse die Spandauer Zitadelle als Winterquartier.  

Was ist euer Lieblingsort in Spandau? Was sollte im Bezirk verändert oder verbessert werden? Mit euren Kommentaren könnt ihr an der politischen Diskussion vor der BVV-Wahl teilnehmen! 

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