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Fragt ihr einen Spandauer, wo er herkommt, lautet die Antwort: „Spandau“. In dem westlichen Bezirk, am Zusammenfluss der Havel und der Spree, herrscht ein Kleinstadt-Lebensgefühl. Die Existenz der mittelalterlich städtischen Siedlung Spandau wird im Jahre 1197 zum ersten Mal erwähnt – und damit 40 Jahre vor Berlin (damals als Doppelstadt Berlin-Cölln). In Spandau heißt „in die Stadt fahren“ nicht ins Berliner Zentrum, sondern in die Altstadt Spandaus, eine kleine Insel mit historischen Bauwerken und einer schönen Einkaufsmeile. Berlin wird eher als benachbarte Stadt angesehen.

Vielleicht ist das ein Grund, warum der Bezirk mit 3,6% den niedrigsten Anteil von EU‑Ausländerinnen und ‑Ausländer an der gesamten Bevölkerung hat? Seit fünf Jahren aber ziehen mehr und mehr EU-Bürgerinnen und –Bürger nach Spandau, davon viele Menschen aus Polen, Bulgarien und Rumänien.

Wer regiert?

Spandau hat 2011 einen sozialdemokratischen Bürgermeister gewählt. Die SPD gewann 23 Sitze, die CDU (Christlich-Demokratische Union) 21, die Grünen 6, die Piraten 3 und die Linke 1.

Am 18.09.2016 finden in Spandau die Bezirkswahlen statt, an denen auch alle EU-Bürgerinnen und -Bürger teilnehmen können. Hier erfährst du in sechs Sprachen alles, was du für diese Wahlen wissen musst.

Ein Datum:

Am 08. August 1567 traten die Spandauer in einer Seeschlacht gegen Berliner an. Joachim II., der Kurfürst von Brandenburg, hatte diese Seeschlacht inszeniert und alle Spandauer Bürger dazu eingeladen. Sie war ein Ablenkungsmanöver. Während des Kampfs ließ der Kurfürst den Turm der Nikolaikirche in der Spandauer Altstadt beschießen, um zu verhindern, dass Feinde im Falle eines Kriegs den Turm als Versteck zu ihrem Schutz nutzen würden. Diese Episode ging als „Knüttelkrieg“ in die Spandauer Geschichte ein.

Eine Band:

„Icke und Er“ sind richtige Spandauer. Es gibt viele Gerüchte um das Rap-Duo, da es zeitweise ablehnte, persönlichen Interviews zu geben. Sie fingen mit dem MySpace-Hit „Richtig geil“ an, und verabschiedeten sich 2008 mit dem Lied „Exit Strategie“ in dem sie erklärten, kein Medienphänomen werden zu wollen. Seit 2010 hatten sie trotzdem einige Comebacks. Im November 2016 werden sie in Berlin das „Jubiläumskonzert aller Zeiten“ geben.

Eine Sehenswürdigkeit:

Die Spandauer Zitadelle ist das Vorzeigestück der Altstadt. Sie wurde von den Kurfürsten von Brandenburg zum Schutz ihrer Residenz in Berlin gebaut.  Sie wurde von den Kaisern als Lagerraum für den Reichschatz benutzt. Während des dritten Reichs befand sich dort ein Giftgaslabor. Heute werden in der Zitadelle Konzerte organisiert.

Ein ungewöhnlicher Ort:

Im September ist nicht nur BVV-Wahl-Saison, sondern auch Fledermaussaison. Wer keine Angst vor diesen Tieren hat, kann sie im Keller der Zitadelle besuchen. Jedes Jahr wählen mehr als 10.000 Fledermäuse die Spandauer Zitadelle als Winterquartier.

Was ist euer Lieblingsort in Spandau? Was sollte im Bezirk verändert oder verbessert werden? Mit euren Kommentaren könnt ihr an der politischen Diskussion vor der BVV-Wahl teilnehmen!

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