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Jottwede, „Janz weit draußen“: das könnte man auf Berlinerisch über Reinickendorf sagen. Jedoch ist in kaum einem Bezirk eine vielfältigere Landschaft zu finden. Der Ortsteil Reinickendorf im Norden des Bezirks unterscheidet sich kaum vom Wedding, während die Zeit in dem hübschen Dorf von Lübars stehen geblieben zu sein scheint. Das Märkische Viertel, an der Grenze zu Pankow, ist vielleicht eine der größten Trabantenstädte West-Berlins. Der westliche Teil des Bezirks ist hingegen voll mit Wasser- und Waldflächen. Bis 1994 wohnten französische Truppen in dem Quartier Napoléon, der heutigen Julius-Leber-Kaserne.

Jetzt sind die Alliierten weg, und nur 5,5% der Bevölkerung sind EU‑Ausländerinnen und ‑Ausländer. Seit 2008 steigt aber die Kurve wieder: Insbesondere bei Menschen aus Italien, Bulgarien und Rumänien scheint der Bezirk attraktiv zu werden.

Wer regiert?

Seit 2011 hat die CDU (Christlich-Demokratische Union) mit 27 Sitzen fast die absolute Mehrheit in der Reinickendorfer BVV (Bezirksverordnetenversammlung). Der Bürgermeister heißt Frank Balzer. Die SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands) hat 19 Sitze, die Grünen haben 8 und die Piraten 1.

Am 18.09.2016 finden in Reinickendorf die Bezirkswahlen statt, an denen auch alle EU-Bürgerinnen und -Bürger teilnehmen können. Hier erfährst du in sechs Sprachen alles, was du über diese Wahlen wissen musst.

Ein Datum:

Am 23. Oktober 1974 wurde der Flughafen Tegel eingeweiht. Seit dem Kriegsende war in West-Berlin nur der Flughafen Tempelhof in Betrieb. Tegel diente  nur als militärischer Flughafen. Seitdem ist er zum wichtigsten Flughafen für den Zivilverkehr geworden. 21 Millionen Fluggäste wurden hier 2015 abgefertigt. Jetzt ist geplant, Tegel zu schließen, wenn der neue Flughafen BER fertig wird. Die Wetten auf das Datum dessen Eröffnung sind jedoch noch offen.

Ein Film:

„Der Baader Meinhof Komplex“ erzählt die Geschichte der Rote Armee Fraktion (RAF) von der Ursprüngen und der Gründung bis zu den terroristischen Aktionen und dem Prozess. Anfang der 1970‑er Jahre verübte die RAF eine Serie terroristischer Anschläge und ermordete Führungskräfte aus Wirtschaft und Politik. Bevor sie die RAF mitgründete, wohnte Ulrike Meinhof im Märkischen Viertel, wo sie als Sozialarbeiterin beschäftigt war.

Eine Sehenswürdigkeit:

Der Russisch-Orthodoxe Friedhof Tegel wurde Ende des 19. Jahrhunderts für die russischen Emigranten gebaut. Um die Toten nicht nur nach dem orthodoxen Ritus sondern auch im Heimatboden zu begraben, wurden 4.000 Tonnen Erde extra aus Russland importiert. Der Farbkontrast zwischen den roten Backsteinen und dem hellblauen Dom macht die St.-Konstantin-und-Helena-Kirche zum Herzstück der Ruhestätte.

Ein ungewöhnlicher Ort:

Das Jump House Reinickendorf wurde erst zu Beginn dieses Jahres geöffnet. Auf 4.000 m2 und 121 Trampolinen könnt ihr dort frei herumspringen. Einen Bereich für Basketball gibt es auch. Beim Springen arbeiten übrigens 600 verschiedene Muskel im Körper.

Was ist euer Lieblingsort in Reinickendorf? Was sollte im Bezirk verändert oder verbessert werden? Mit euren Kommentaren könnt ich an der politischen Diskussion vor der BVV-Wahl teilnehmen!

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